Shopware oder Shopify? Der Vergleich für Onlinehändler in Deutschland

Kurz gesagt: Shopware oder Shopify? Wählen Sie Shopify, wenn Sie schnell starten, sich nicht um Technik kümmern und ab 19 € im Monat loslegen wollen. Wählen Sie Shopware, wenn Sie volle Kontrolle über Code, Daten und Hosting möchten, komplexe B2B-Anforderungen haben oder einen deutschen Hersteller bevorzugen. Beide funktionieren für deutsche Händler mit PayPal, Klarna, Karte und DATEV-Export. Der Unterschied liegt darin, wer die Technik verantwortet und wie frei Sie den Shop bauen wollen.
Der grundlegende Unterschied
Shopify ist eine Shop-Plattform als Dienst. Sie zahlen eine Monatsgebühr und bekommen Shop, Hosting, Sicherheit, Updates und Checkout aus einer Hand. Shopify Payments ist in Deutschland verfügbar (Shopify), und im Shopify App Store finden Sie Tausende Erweiterungen (Shopify App Store).
Shopware ist ein Shopsystem der shopware AG aus Schöppingen im Münsterland (Shopware). Die Community Edition ist Open Source unter MIT-Lizenz und kostenlos. Sie läuft auf Ihrem eigenen Server oder bei einem Hoster, Einrichtung und Wartung liegen bei Ihnen oder Ihrer Agentur. Wer Hosting und Support vom Hersteller möchte, bucht einen der kostenpflichtigen Pläne, die es als SaaS, PaaS oder self-hosted zum gleichen Preis gibt (Shopware).
Weltweit liegt Shopify klar vorn. Laut W3Techs nutzen 32,1 % aller Websites mit bekanntem E-Commerce-System Shopify, aber nur 0,2 % Shopware (W3Techs, W3Techs). Unter den bekannten Shopware-Seiten, die W3Techs aufführt, sind viele .de-Domains. Für den deutschen Markt sagt die globale Zahl also wenig.
Shopware oder Shopify im direkten Vergleich
| Shopify | Shopware | |
|---|---|---|
| Typ | Mietshop, alles inklusive | Open-Source-Software, selbst gehostet oder als Cloud-Plan |
| Einstieg | Schnell, ohne technische Vorkenntnisse | Installation, Hosting und Einrichtung nötig, meist mit Agentur |
| Monatliche Kosten | Ab 19 € bei jährlicher Zahlung | Community Edition kostenlos plus Hosting, Pläne ab 600 € zzgl. MwSt. |
| Hosting und Sicherheit | Inklusive | Ihre oder die Verantwortung der Agentur, in Cloud-Plänen beim Hersteller |
| Anpassung | Groß über Themes und Apps, mit Grenzen | Sehr weitgehend, Sie haben Zugriff auf den Code |
| Inhalte | Blog und Seiten, eher einfach | Erlebniswelten als eingebautes CMS für Landing- und Kategorieseiten |
| Hersteller | Kanadisches Unternehmen, weltweit | Deutsches Unternehmen, Schwerpunkt DACH |
| Eigentum | Sie mieten die Plattform | Mit der Community Edition gehört Ihnen die Installation |
Was kosten Shopware und Shopify?
Shopify ist günstiger im Einstieg, Shopware wird erst mit Hersteller-Plänen deutlich teurer, während die Community Edition vor allem Aufbau- und Wartungsaufwand kostet.
- Shopify kostet 19 € (Basic), 49 € (Grow) und 299 € (Advanced) im Monat bei jährlicher Zahlung, monatlich 25, 65 und 399 €. Shopify Plus beginnt bei 2.300 € im Monat (Shopify). Ohne Shopify Payments berechnet Shopify zusätzlich 2 %, 1 % oder 0,6 % pro Verkauf, bei Plus 0,2 %.
- Shopware Community Edition ist kostenlos. Sie zahlen für Hosting, Einrichtung, Erweiterungen und Wartung.
- Shopware Rise beginnt bei 600 € und Shopware Evolve bei 2.400 € im Monat zzgl. MwSt., Beyond wird individuell bepreist. Die Preise richten sich nach dem Bruttowarenwert (GMV) und weiteren Faktoren (Shopware).
Die vollständige Rechnung mit Zahlungsgebühren, Domain, Apps und Rechtlichem finden Sie in Onlineshop erstellen: Kosten für Aufbau, Shopsystem und laufenden Betrieb.
Zahlungen und DATEV in Deutschland
Beide Systeme decken die in Deutschland üblichen Zahlungsarten und die Buchhaltung mit DATEV ab, aber auf unterschiedliche Weise.
- Zahlungen in Shopify. Shopify Payments akzeptiert in Deutschland Visa, Mastercard, American Express, Maestro und UnionPay sowie Apple Pay, Google Pay und Shop Pay. Klarna lässt sich als lokale Zahlungsart zuschalten (Shopify). PayPal läuft separat: Beim Anlegen eines Shopify-Shops erhalten Sie automatisch ein PayPal-Express-Checkout-Konto (Shopify).
- Zahlungen in Shopware. Im Juni 2026 hat Shopware „Shopware Payments“ in Partnerschaft mit PayPal gestartet, zunächst für Deutschland und Österreich. Es bündelt Karten, Apple Pay, Google Pay, „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Optionen und PayPal (Shopware). Weitere Zahlungsanbieter binden Sie über Erweiterungen im Shopware Store an (Shopware Store).
- DATEV in Shopify. Apps wie „Export für DATEV“ geben Bestellungen und Erstattungen als DATEV-Buchungsstapel aus (Shopify App Store).
- DATEV in Shopware. Für Shopware 6 gibt es etwa „Export for DATEV“ der IWV Digitalagentur für 129 € im Monat oder 1.199 € im Jahr (Shopware Store).
Hat Ihr Shop besondere Regeln, etwa mehrere Lager, Kundengruppenpreise oder eine Anbindung an SAP, kann eine eigene Schnittstelle besser sein als eine Standard-App. Mehr dazu unter Systemintegration.
SEO und Inhalte
Mit beiden Systemen können Sie bei Google gut ranken, Shopware gibt Ihnen aber mehr Kontrolle über die URL-Struktur. Shopify arbeitet mit festen Pfaden wie /products/ und /collections/. In Shopware definieren Sie die Struktur der SEO-URLs für Produkt- und Kategorieseiten in den SEO-Einstellungen selbst (Shopware Dokumentation). Mit den Erlebniswelten bauen Sie zudem Kategorie- und Landingpages mit eigenen Inhalten direkt im Shop (Shopware Dokumentation).
Spielen Ratgeber und Kategorietexte eine große Rolle für Ihren Umsatz, spricht das eher für Shopware. Kommt der Umsatz vor allem über Anzeigen und Marktplätze, ist der Unterschied kleiner. Wie wir Shops für Suchmaschinen aufbauen, lesen Sie unter Onlineshop-SEO.
Brauchen Sie eine Shopware-Agentur?
Für einen Shopware-Shop brauchen die meisten Händler eine Agentur oder eigene Entwickler, für Shopify oft nicht. Die Community Edition muss installiert, gehostet, aktualisiert und abgesichert werden, und für Anpassungen braucht es Entwickler, denn Shopware 6 basiert auf den Frameworks Symfony und Vue.js (Shopware auf GitHub). Auch bei den Cloud-Plänen übernehmen viele Händler Design, Erweiterungen und Schnittstellen nicht selbst. Achten Sie bei der Auswahl einer Shopware-Agentur darauf, dass sie Erfahrung mit Ihrer Branche, Ihren Systemen und mit Migrationen hat. Bei Shopify kommen viele Händler mit einem Theme und einigen Apps aus und holen sich Hilfe erst für eigenes Design oder Integrationen.
Eigentum und späterer Wechsel
Mit der Shopware Community Edition gehört Ihnen die Installation, und Sie können den Hoster jederzeit wechseln. Aus Shopify können Sie Produkte und Kunden als CSV-Dateien exportieren, die Produktbilder sind in der Produktdatei aber nicht enthalten (Shopify). Ein Wechsel in beide Richtungen bedeutet also Arbeit und Weiterleitungen von den alten Adressen, damit Ihre Google-Rankings erhalten bleiben.
So entscheiden Sie
Wählen Sie Shopify, wenn
- Sie schnell starten und sich nicht um Server und Updates kümmern wollen
- Ihr Budget für den Aufbau begrenzt ist
- Sie international verkaufen und ein großes App-Angebot nutzen möchten
- Sie Onlineshop und Ladengeschäft mit einem System verwalten wollen
Wählen Sie Shopware, wenn
- Sie volle Kontrolle über Code, Daten und Hosting möchten
- Sie B2B-Anforderungen wie Kundengruppenpreise oder komplexe Schnittstellen haben
- Inhalte und Kategorietexte ein wichtiger Teil Ihres Verkaufs sind
- Sie eine Agentur oder Entwickler für Betrieb und Weiterentwicklung haben
Lesen Sie auch, wie wir Shopify-Shops bauen, oder sehen Sie sich unsere Leistungen rund um den Onlineshop an.
Häufige Fragen
Shopware oder Shopify: Was ist besser?
Shopify ist besser für Händler, die schnell starten und sich nicht um Hosting und Updates kümmern wollen. Shopware ist besser für Händler, die volle Kontrolle über Code und Daten wollen, komplexe B2B-Anforderungen haben oder Inhalte stark für SEO nutzen.
Was kostet Shopware im Vergleich zu Shopify?
Shopify kostet 19, 49 oder 299 € im Monat bei jährlicher Zahlung, Shopify Plus ab 2.300 €. Die Shopware Community Edition ist kostenlos, braucht aber Hosting und Wartung. Die Shopware-Pläne Rise und Evolve beginnen bei 600 und 2.400 € im Monat zzgl. MwSt.
Ist Shopware ein deutsches Unternehmen?
Ja. Hinter Shopware steht die shopware AG mit Sitz in Schöppingen in Nordrhein-Westfalen. Shopify ist ein kanadisches Unternehmen.
Kann man PayPal und Klarna in Shopware und Shopify nutzen?
Ja. In Shopify lässt sich Klarna über Shopify Payments zuschalten, und PayPal Express Checkout wird beim Anlegen des Shops automatisch eingerichtet. Shopware bietet mit Shopware Payments in Partnerschaft mit PayPal Karten, Wallets, „Jetzt kaufen, später bezahlen“ und PayPal, weitere Anbieter gibt es als Erweiterungen.
Brauche ich für Shopware eine Agentur?
Meistens ja. Die Community Edition muss installiert, gehostet, gewartet und abgesichert werden, und Anpassungen erfordern Entwicklerkenntnisse. Eine Shopware-Agentur übernimmt Aufbau, Erweiterungen, Schnittstellen und Updates.
Kann man von Shopify zu Shopware wechseln?
Ja, aber es ist Arbeit. Produkte und Kunden lassen sich aus Shopify als CSV exportieren, die Bilder sind in der Produktdatei aber nicht enthalten. Richten Sie Weiterleitungen von den alten URLs ein, damit die Google-Rankings erhalten bleiben.
Quellen
- Preise, Shopify
- Payment methods with Shopify Payments in Germany, Shopify Help Center
- PayPal, Shopify Help Center
- Exporting products, Shopify Help Center
- Shopify App Store, Shopify
- Export für DATEV, Shopify App Store
- Pläne & Preise, Shopware
- Impressum, shopware AG
- Shopware launches Shopware Payments in partnership with PayPal, Shopware
- Shopware Store, Shopware
- Export for DATEV, Shopware Store
- shopware/shopware, GitHub
- SEO-Einstellungen, Shopware Dokumentation
- Erlebniswelten, Shopware Dokumentation
- Usage statistics of Shopify, W3Techs
- , W3Techs








