Was ist hreflang? So zeigt Google die richtige Sprachversion

Kurz gesagt: Hreflang ist ein Code, der Google mitteilt, dass eine Seite in mehreren Sprach- oder Länderversionen existiert und welche Version zu welcher Sprache gehört. So kann Google Nutzern in Deutschland die deutsche Seite zeigen und Nutzern in Großbritannien die englische. Jede Version muss auf sich selbst und auf alle anderen Versionen verweisen, sonst ignoriert Google die Angaben.
Wer braucht hreflang?
Sie brauchen hreflang, wenn derselbe Inhalt in mehreren Sprachen existiert, zum Beispiel eine deutsche und eine englische Version Ihrer Leistungsseiten, oder wenn Sie für verschiedene Länder Versionen in derselben Sprache haben, etwa Deutsch für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Hat Ihre Website nur eine Sprache und ein Zielland, ist hreflang nicht nötig.
Ohne hreflang kann Google die falsche Version ausspielen, etwa die Schweizer Seite mit Preisen in Franken für einen Nutzer in München, oder die Versionen als konkurrierende Kopien behandeln.
Hreflang richtig schreiben
Hreflang lässt sich auf drei gleichwertige Arten angeben (Google Search Central):
- Link-Tags im Head der Seite. Die übliche Variante für normale Webseiten.
- HTTP-Header. Für Dateien, die kein HTML sind, etwa PDFs.
- Sitemap. Praktisch bei großen Websites, weil der Code dann nicht auf jeder Seite stehen muss.
So sehen die Link-Tags für eine Seite auf Deutsch und Englisch aus:
<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://beispiel.de/de/leistungen" />
<link rel="alternate" hreflang="en" href="https://beispiel.de/en/services" />
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://beispiel.de/en/services" />Dieselben drei Zeilen müssen sowohl auf der deutschen als auch auf der englischen Seite stehen.
Die Regeln, die stimmen müssen
Hreflang funktioniert nur, wenn alle Versionen korrekt aufeinander verweisen. Das heißt:
- Jede Version nennt sich selbst und alle anderen. Verweist die deutsche Seite auf die englische, muss die englische zurückverweisen (Google Search Central).
- Vollständige URLs mit https://, keine relativen Pfade.
- Korrekte Codes. Zuerst die Sprache nach ISO 639-1, dann optional die Region nach ISO 3166-1 Alpha-2. Google leitet die Sprache nicht aus einem Ländercode ab, ein Land ohne Sprache ist also ungültig. Großbritannien heißt GB, nicht UK (Google Search Central).
- x-default gibt an, welche Version erscheint, wenn keine andere Sprache oder Region zu den Browsereinstellungen des Nutzers passt (Google Search Central).
- Verweisen Sie nur auf funktionierende, kanonische Seiten, nicht auf Weiterleitungen oder Fehlerseiten.
Ein wichtiges Detail: Google nutzt weder hreflang noch das lang-Attribut, um die Sprache einer Seite zu bestimmen. Das erkennt Google am sichtbaren Inhalt (Google Search Central). Hreflang hilft Google nur, die richtige Version auszuwählen. Bing, das im September 2026 in Deutschland auf knapp 6,5 % der Suchanfragen kam (StatCounter), gilt dagegen als stärker am Meta-Tag content-language orientiert. Es kann sich daher lohnen, dieses zusätzlich zu setzen (Search Engine Roundtable).
de, de-DE, de-AT, de-CH: hreflang im DACH-Raum
Der Sprachcode für Deutsch ist de. DE ist der Ländercode für Deutschland und funktioniert nur zusammen mit einer Sprache. In Googles eigener Dokumentation stehen de für deutschsprachige Inhalte unabhängig von der Region und de-CH für deutschsprachige Nutzer in der Schweiz als Beispiele (Google Search Central).
| Code | Bedeutung | Gültig? |
|---|---|---|
| de | Deutsch, unabhängig vom Land | Ja |
| de-DE | Deutsch für Nutzer in Deutschland | Ja |
| de-AT | Deutsch für Nutzer in Österreich | Ja |
| de-CH | Deutsch für Nutzer in der Schweiz | Ja |
| en-DE | Englisch für Nutzer in Deutschland | Ja |
| DE | Ein Land ohne Sprache | Nein |
| ger | Kein ISO-639-1-Code | Nein |
Haben Sie nur Deutsch und Englisch, reichen de und en in der Regel aus. Ländercodes lohnen sich erst, wenn sich die Versionen für Deutschland, Österreich und die Schweiz tatsächlich unterscheiden, etwa bei Preisen in Euro und Franken, Versandkosten, Ansprechpartnern oder rechtlichen Angaben. Fast identische Seiten mit nur getauschtem Ländernamen bringen wenig. Ein guter Weg ist oft eine allgemeine de-Version plus eigene Versionen nur dort, wo sich wirklich etwas ändert. Wählen Sie eine Schreibweise und nutzen Sie sie einheitlich in hreflang, lang-Attribut und Sitemap.
So machen wir es auf unserer eigenen Website
Unsere Website gibt es in mehreren Sprachen, deshalb mussten wir das Thema selbst lösen:
- Englisch liegt im Root ohne /en, während Schwedisch, Norwegisch, Dänisch und Deutsch eigene Sprachpräfixe haben: /sv, /no, /da und /de.
- Blogartikel, die es in mehreren Sprachen gibt, sind eigene Artikel mit eigenen Adressen und eigenen Keywords für jeden Markt. Sie verweisen per hreflang aufeinander, auch wenn die Slugs übersetzt sind.
- x-default zeigt auf die englische Version, wenn es eine gibt.
- Unterschiedliche Themen bekommen kein hreflang. Eine englische Seite über die Anbindung von Xero und QuickBooks und eine schwedische über Fortnox behandeln verschiedene Produkte. Sie verweisen nicht aufeinander, auch wenn sie gleich aufgebaut sind.
Alles wird automatisch aus denselben Daten erzeugt, die steuern, welche Seiten in welcher Sprache existieren. So kann der Code nicht vergessen werden, wenn eine neue Seite oder eine neue Sprache dazukommt. Wie die Inhalte dabei verwaltet werden, erklärt unser Artikel Was ist ein CMS?
Die häufigsten hreflang-Fehler
Ahrefs hat knapp 375.000 Domains mit hreflang untersucht und festgestellt, dass 67 % mindestens einen Fehler hatten (Ahrefs):
| Fehler | Anteil der Domains |
|---|---|
| x-default fehlt | 56,3 % |
| Seite verweist nicht auf sich selbst | 18 % |
| Verweise auf defekte oder weitergeleitete Seiten | 16,9 % |
| Rückverweise fehlen | 15,3 % |
| Verweise auf nicht kanonische Seiten | 8 % |
| Ungültige Sprach- oder Ländercodes | 4,6 % |
Ein weiterer typischer Fehler ist die automatische Weiterleitung auf eine andere Sprachversion anhand der Browsereinstellungen. Google rät davon ab, weil Nutzer und der Googlebot dann womöglich nicht alle Versionen erreichen (Google Search Central). Zeigen Sie lieber eine gut sichtbare Sprachauswahl. Ob die richtigen Versionen ausgespielt werden, sehen Sie in der Google Search Console.
URL-Struktur für mehrere Sprachen
Google beschreibt vier Möglichkeiten, eine mehrsprachige oder internationale Website zu strukturieren (Google Search Central):
| Struktur | Beispiel | Kommentar |
|---|---|---|
| Länderdomain | beispiel.at | Am klarsten für ein Land, aber mehrere Domains zu pflegen |
| Subdomain | at.beispiel.com | Technisch leicht zu trennen |
| Unterverzeichnis | beispiel.com/de-at/ | Am einfachsten zu betreiben, eine Domain bündelt die Autorität |
| URL-Parameter | beispiel.com?lang=de | Von Google nicht empfohlen |
Halten Sie außerdem eine Sprache pro Seite, im Inhalt wie in der Navigation, statt Übersetzungen nebeneinander zu stellen (Google Search Central). Wer die Struktur bei einem Relaunch ändert, sollte hreflang, Weiterleitungen und Sitemap im selben Schritt planen. Die Grundlagen dazu, wie Google Seiten findet und auswählt, stehen in Was ist SEO? und Wie funktioniert SEO?
Häufige Fragen
Was ist hreflang?
Hreflang ist ein Code, der Google mitteilt, dass eine Seite in mehreren Sprach- oder Länderversionen existiert und welche Version zu welcher Sprache gehört. So kann Google jedem Nutzer die passende Version zeigen.
Brauche ich hreflang?
Ja, wenn derselbe Inhalt in mehreren Sprachen existiert oder wenn Sie Versionen in derselben Sprache für verschiedene Länder haben, etwa für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bei nur einer Sprache und einem Zielland ist hreflang nicht nötig.
Welcher hreflang-Code gilt für Deutsch?
de. Für ein bestimmtes Land ergänzen Sie den Ländercode, zum Beispiel de-DE für Deutschland, de-AT für Österreich oder de-CH für die Schweiz. DE allein ist ungültig, weil es ein Ländercode ohne Sprache ist.
Was bedeutet x-default bei hreflang?
x-default ist ein reservierter Wert, der festlegt, welche Version angezeigt wird, wenn keine der anderen Sprach- oder Länderversionen zu den Browsereinstellungen des Nutzers passt.
Brauche ich getrennte Seiten für Deutschland, Österreich und die Schweiz?
Nur wenn sich die Inhalte wirklich unterscheiden, etwa bei Preisen in Euro und Franken, Versand oder rechtlichen Angaben. Sonst reicht meist eine Version mit hreflang="de".
Warum funktionieren meine hreflang-Tags nicht?
Die häufigsten Gründe sind fehlende Rückverweise, eine Seite, die nicht auf sich selbst verweist, ein fehlendes x-default, Verweise auf weitergeleitete oder defekte Seiten und ungültige Sprach- oder Ländercodes.
Quellen
- Google über lokalisierte Versionen deiner Seite informieren, Google Search Central
- Mehrsprachige und länderspezifische Websites verwalten, Google Search Central
- Hreflang study, Ahrefs
- Bing on the content-language meta tag, Search Engine Roundtable
- Search engine market share Germany, StatCounter








