Was ist lokales SEO? (mit Schritt-für-Schritt-Checkliste)

Kurz gesagt: Lokales SEO ist die Arbeit daran, gefunden zu werden, wenn Menschen in Ihrer Nähe nach Ihrem Angebot suchen, etwa "Steuerberater Köln" oder "Zahnarzt in der Nähe". Es geht um zwei Bereiche: die Karte mit Unternehmensprofilen oben in der Google-Suche und die normalen Suchergebnisse darunter. Die Grundlage sind ein vollständiges, bestätigtes Google-Unternehmensprofil, überall gleiche Kontaktdaten, eine Website, die klar zeigt, was Sie wo anbieten, und Bewertungen, auf die Sie antworten.
Lokales SEO kurz erklärt
Hat eine Suche einen lokalen Bezug, zeigt Google meist direkt unter den Anzeigen eine Karte mit einigen wenigen Unternehmen. Dieser Block heißt oft Local Pack oder Map Pack. Jeder Eintrag stammt aus einem Google-Unternehmensprofil und zeigt Bewertungen, Öffnungszeiten und Schaltflächen zum Anrufen oder für die Route. Darunter folgen die organischen Ergebnisse: Websites, Branchenverzeichnisse und Artikel.
Beide Bereiche funktionieren unterschiedlich. Die Karte basiert auf dem Unternehmensprofil, die organischen Treffer auf Ihrer Website, wie bei jeder anderen Suchmaschinenoptimierung auch. SEO für lokale Unternehmen heißt, in beiden Bereichen stark zu sein, und beides hängt zusammen: Eine Website, die genau beschreibt, was Sie wo tun, hilft Google auch, Ihr Profil richtig einzuordnen. Wie Crawling, Indexierung und Ranking grundsätzlich ablaufen, erklärt unser Beitrag Wie funktioniert SEO?
Lokales SEO für Kleinunternehmen lohnt sich überall dort, wo Kunden aus einer bestimmten Gegend kommen: Geschäfte, Restaurants, Praxen, Kanzleien und Handwerksbetriebe, die zum Kunden fahren. Wer nur online deutschlandweit verkauft, sollte sich eher auf klassisches SEO konzentrieren.
Wie entscheidet Google, wer lokal angezeigt wird?
Laut Google beruhen lokale Ergebnisse hauptsächlich auf drei Faktoren (Google Unternehmensprofil-Hilfe):
- Relevanz: wie gut ein Profil zu dem passt, wonach jemand sucht. Vollständige und genaue Angaben helfen Google zu verstehen, was Sie anbieten.
- Entfernung: wie weit Ihr Unternehmen vom Suchenden entfernt ist. Gibt die Person ihren Standort nicht frei, nutzt Google die verfügbaren Ortsinformationen.
- Bekanntheit: wie bekannt ein Unternehmen ist. Google nennt dabei unter anderem Links von anderen Websites sowie die Zahl der Rezensionen und Bewertungen.
Daraus folgen zwei Dinge. Wer vom anderen Ende der Stadt sucht, sieht andere Ergebnisse als Sie in Ihrem Büro, also prüfen Sie Ihre Position nicht nur am eigenen Rechner. Und da Sie nicht näher an alle Kunden heranrücken können, arbeiten Sie an Relevanz und Bekanntheit. Google stellt auf derselben Seite klar, dass sich ein besseres lokales Ranking weder einfordern noch bezahlen lässt. Anzeigen erscheinen zwar über der Karte, sind aber als Anzeige gekennzeichnet und ändern die organische Reihenfolge nicht.
Das Google-Unternehmensprofil als wichtigster Hebel
Die Karte besteht aus Unternehmensprofilen. Ohne Profil tauchen Sie dort nicht auf. Legen Sie es an oder beanspruchen Sie ein bestehendes Profil und schließen Sie die Bestätigung ab. Die Einrichtung Schritt für Schritt beschreibt unsere Anleitung zum Google Unternehmensprofil. Hier die Punkte, bei denen es am häufigsten hakt, laut den Google-Richtlinien für Unternehmensprofile:
- Name: Verwenden Sie den Namen, den Sie auch offline nutzen, also auf Schild, Website und Briefpapier. Slogans, Ortsangaben, Leistungsbeschreibungen oder Telefonnummern gehören nicht hinein. "Malerbetrieb Weber" ist in Ordnung, "Malerbetrieb Weber, günstig in Köln" kann zur Sperrung des Profils führen.
- Kategorien: so wenige wie möglich, so genau wie möglich. Sie sollen beschreiben, was Ihr Unternehmen ist, nicht was es hat, und sind kein Platz für Keywords.
- Adresse: Sie muss der tatsächliche Standort sein. Postfächer und virtuelle Büros ohne echte Präsenz sind nicht zulässig.
- Einzugsgebiet: Fahren Sie zu Ihren Kunden, statt sie zu empfangen, legen Sie ein Einzugsgebiet fest. Führen Sie den Betrieb von einer Privatadresse aus, blenden Sie diese aus.
- Weitere Angaben: Halten Sie Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Telefonnummer, Website und Merkmale wie Parkplätze oder Barrierefreiheit aktuell, und laden Sie eigene Fotos von Räumen, Team und Arbeit hoch.
Lokale Signale auf der Website
Die Website rankt in den organischen Ergebnissen und stützt zugleich das Profil. Drei Dinge bringen am meisten.
Einheitliche Kontaktdaten (NAP)
NAP steht für Name, Address, Phone, also Name, Adresse und Telefonnummer. Schreiben Sie diese Angaben überall gleich: auf der Website, im Unternehmensprofil, in sozialen Netzwerken und in Verzeichnissen wie Gelbe Seiten oder Das Örtliche. Kleine Abweichungen, etwa eine alte Adresse, ein "GmbH" an einer Stelle und nicht an der anderen oder eine Tracking-Nummer, machen es Google und Kunden schwerer, den Angaben zu vertrauen. Nach einem Umzug oder Nummernwechsel ändern Sie am besten alle Einträge in derselben Woche. Stellen Sie die Daten als Text ins Impressum, in den Footer oder auf die Kontaktseite, nicht als Bild.
Eine Seite pro Standort oder Einzugsgebiet
Jedes Büro und jedes Geschäft braucht eine eigene Seite mit Adresse, Öffnungszeiten, Karte, Anfahrt und Inhalten, die genau zu diesem Ort passen: Team vor Ort, abgedecktes Gebiet, Projekte aus der Umgebung. Seiten, auf denen im gleichen Text nur der Ortsname ausgetauscht wird, bieten Besuchern und Google wenig. Nennen Sie in Title und Überschrift Leistung und Ort, zum Beispiel "Elektroinstallation in Leipzig", und verlinken Sie die Seite im Unternehmensprofil.
Strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness
Mit strukturierten Daten beschreiben Sie Ihr Unternehmen in einem Format, das Suchmaschinen direkt auslesen. Laut Google Search Central sind Name und Adresse Pflicht; empfohlen werden unter anderem Koordinaten, Öffnungszeiten, Telefon und URL. Verwenden Sie den genauesten passenden Untertyp, etwa Dentist oder Restaurant, und definieren Sie jeden Standort als eigenes LocalBusiness. Google garantiert nicht, dass dadurch eine erweiterte Darstellung erscheint, aber Ihre Angaben werden eindeutiger.
Mehrere Standorte?
Haben Sie mehrere Adressen, braucht jede ein eigenes Profil, eine eigene Seite und eigene Bewertungen. Wie Filialbetriebe und Ketten das organisieren, lesen Sie in lokales SEO für Unternehmen mit mehreren Standorten.
Bewertungen und Erwähnungen
Bewertungen wirken sich auf die Bekanntheit aus und darauf, ob jemand Sie in der Karte auswählt. Google zählt Rezensionen zu den Faktoren für Bekanntheit und empfiehlt, auf Bewertungen zu antworten. Bitten Sie jeden zufriedenen Kunden um eine Bewertung, am einfachsten mit einem direkten Link oder QR-Code, und antworten Sie auf alle Rezensionen, auch auf negative. Nach den Google-Richtlinien für Maps-Inhalte dürfen Sie keine Zahlungen, Rabatte oder Gratisleistungen für Bewertungen anbieten und nicht gezielt nur zufriedene Kunden um positive Bewertungen bitten. Wie Sie im Alltag um Rezensionen bitten und souverän antworten, zeigt unser Beitrag über Google-Bewertungen.
Erwähnungen und Links von anderen lokalen Websites zeigen, dass Ihr Unternehmen in der Region bekannt ist. Gute Quellen ergeben sich oft aus dem, was Sie ohnehin tun: Vereine, die Sie unterstützen, Lieferanten und Partner, Innungen und Kammern, die Lokalzeitung bei echten Neuigkeiten und Veranstaltungen, an denen Sie teilnehmen. Ein paar relevante Links von echten lokalen Seiten bringen mehr als viele Einträge in unbekannten Verzeichnissen.
Checkliste: lokales SEO Schritt für Schritt
Gehen Sie die Punkte in dieser Reihenfolge durch. Die ersten bringen mit wenig Aufwand am meisten.
- Google-Unternehmensprofil anlegen oder beanspruchen und bestätigen.
- Prüfen, ob der Profilname dem echten Firmennamen entspricht, ohne Keywords oder Ortsnamen.
- Eine genaue Hauptkategorie und nur wenige passende Zusatzkategorien wählen.
- Öffnungszeiten, Feiertagszeiten, Telefon, Website, Leistungen und Merkmale eintragen.
- Bei Einsätzen beim Kunden die Adresse ausblenden und ein Einzugsgebiet festlegen.
- Eigene Fotos von Räumen, Team und Arbeit hochladen und regelmäßig ergänzen.
- Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Profil und in Verzeichnissen identisch schreiben.
- Für jeden Standort oder jedes Einzugsgebiet eine eigene Seite mit eigenem Inhalt anlegen.
- Strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness mit denselben Angaben wie im Profil einbinden.
- Eine feste Routine für Bewertungsanfragen einführen und auf jede Bewertung antworten.
- Erwähnungen und Links von lokalen Partnern, Vereinen und Medien gewinnen.
- Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks im Profil sowie Anfragen über die Standortseiten auswerten.
Vieles davon können Sie selbst erledigen; es braucht vor allem Zeit und Beständigkeit. Externe Hilfe lohnt sich eher bei mehreren Standorten, starkem Wettbewerb oder einer Website ohne brauchbare Standortseiten. Wenn Sie Profil, Standortseiten und Auswertung abgeben möchten, finden Sie unser Angebot unter Local SEO. Wie lange es dauert, bis sich SEO-Arbeit auszahlt, erklärt Wie lange dauert SEO?








