Wie KI Unternehmen auswählt: So entscheiden ChatGPT, Gemini und Copilot, wen sie nennen

Kurz gesagt: KI wählt Unternehmen aus zwei Quellen aus, aus dem, was das Sprachmodell im Training gelernt hat, und aus dem, was es bei einer Websuche im Moment der Frage findet. In beiden Fällen gewinnen Unternehmen, die klar beschrieben, an vielen Stellen und überall gleich erwähnt werden. Entscheidend ist weniger, was ein Unternehmen über sich selbst schreibt, als was andere über es schreiben.
Die Frage ist nicht mehr theoretisch. Laut Bitkom nutzt die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland zumindest gelegentlich KI-Chats statt klassischer Suchmaschinen, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es zwei Drittel (Bitkom). Viele fragen dabei nicht nur nach Fakten, sondern danach, welchen Anbieter sie wählen sollen.
Zwei Quellen: Gedächtnis und Suche
Ein Sprachmodell weiß Dinge auf zwei Arten, und Unternehmen können beide beeinflussen, aber unterschiedlich schnell.
- Aus dem Training. Das Modell hat enorme Textmengen bis zu einem Stichtag gelesen. Wurde Ihr Unternehmen dort oft erwähnt, steckt es im „Gedächtnis“ des Modells. Neue oder selten erwähnte Unternehmen kommen dort kaum vor.
- Aus der Suche. Für aktuelle Fragen holen KI-Dienste Informationen aus dem Web und bauen die Antwort darauf auf. Google beschreibt, dass die Suche das Modell mit aktuellen Inhalten verbindet, damit es über seinen Wissensstand hinaus antworten und Quellen angeben kann (Google AI for Developers).
Die Trennung zeigt sich auch bei den Robotern. OpenAI nutzt GPTBot für Trainingsdaten und OAI-SearchBot für die Suche in ChatGPT. Seiten, die OAI-SearchBot aussperren, erscheinen nicht in den Suchantworten von ChatGPT (OpenAI).
So suchen ChatGPT, Google, Copilot und Perplexity
Alle vier Dienste machen aus einer Frage eine oder mehrere normale Websuchen, bevor sie antworten.
| Dienst | So entsteht die Antwort | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| ChatGPT | Sucht im Web und zeigt Quellen. Der Roboter OAI-SearchBot liefert die Websites für die Suchantworten (OpenAI). | OAI-SearchBot zulassen |
| Google Übersicht mit KI und KI-Modus | Stellt mehrere verwandte Suchen zu Teilthemen gleichzeitig, das Query Fan-out. Die Seite muss indexiert sein und ein Snippet zeigen dürfen (Google Search Central). | Google-Index, Unternehmensprofil |
| Microsoft Copilot | Zieht aus der Frage einige Suchbegriffe, schickt eine kurze Suchanfrage an Bing und baut die Antwort aus den Treffern (Microsoft). | Bing-Index |
| Perplexity | Sucht live und verlinkt die Quellen. PerplexityBot findet und verlinkt Websites in den Antworten (Perplexity). | PerplexityBot zulassen |
Allen gemeinsam: Eine Frage wie „Welche Steuerberatung in Hamburg ist gut für Freiberufler?“ wird zu einer oder mehreren gewöhnlichen Suchanfragen. Wer bei diesen Suchen nicht sichtbar ist, schafft es schwer in die Antwort. Die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung bleiben deshalb die Basis für KI-Sichtbarkeit. Speziell zu Perplexity gibt es eine eigene Seite: Sichtbarkeit in Perplexity.
Wie KI Unternehmen auswählt: sechs Signale
KI wählt die Unternehmen aus, die am häufigsten erwähnt werden, in der Suche sichtbar sind und sich am leichtesten zitieren lassen. Das sind die sechs wichtigsten Signale.
1. Wie oft andere Sie erwähnen
Ahrefs untersuchte rund 75.000 Marken und was mit Erwähnungen in Googles KI-Übersichten zusammenhängt. Am stärksten korrelierten Markenerwähnungen auf anderen Websites (0,664), gefolgt von Ankertexten mit dem Markennamen (0,527) und dem Suchvolumen nach der Marke (0,392). Backlinks lagen bei nur 0,218 (Ahrefs). Das ist ein Zusammenhang, kein bewiesener Kausaleffekt. Das Muster ist trotzdem klar: Was im Web über Sie gesagt wird, wiegt schwerer als das, was Sie über sich selbst sagen.
2. Sichtbarkeit in der normalen Suche
Weil KI-Dienste vor der Antwort suchen, hilft es, für die Fragen Ihrer Kunden zu ranken. Google schreibt, dass es für die Übersicht mit KI und den KI-Modus keine zusätzlichen Anforderungen gibt und die normalen SEO-Grundlagen gelten (Google Search Central).
3. Zitierfähige Inhalte
Forschende unter anderem der Princeton University testeten, was generative Suchmaschinen dazu bringt, einen Text zu verwenden. Zitate, Statistiken und Quellenangaben steigerten die Sichtbarkeit um bis zu 40 %. Mehr Keywords einzustreuen brachte praktisch nichts (GEO, KDD 2024). Microsoft rät für Copilot dasselbe: klare Überschriften, Listen und abgegrenzte Antworten, die sich herauslösen lassen, statt langer Textblöcke oder Text in Bildern (Microsoft Advertising).
4. Bewertungen und Unternehmensprofil
Für lokale Suchen stützt Google die Ergebnisse auf Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Google schreibt, dass mehr Rezensionen und positive Bewertungen das Ranking in lokalen Ergebnissen verbessern können (Google). Außerdem nennt Google aktuelle Angaben im Unternehmensprofil als Teil der Sichtbarkeit in KI-Funktionen (Google Search Central). Wie Sie das umsetzen, zeigen die Beiträge zu Google-Bewertungen und die Seite zu Local SEO.
5. Zugang für die Roboter
Ein häufiger und unnötiger Fehler: robots.txt oder Firewall sperren die Suchroboter der KI-Dienste aus. Dann können die Seiten nicht abgerufen werden, wenn jemand fragt. Prüfen Sie, dass OAI-SearchBot, PerplexityBot, Bingbot und Googlebot Zugang haben.
6. Eindeutige Angaben, wer Sie sind
Name, Ort, Leistungen und Kontaktdaten sollten auf der Website, im Unternehmensprofil und in Verzeichnissen gleich lauten. Strukturierte Daten vom Typ Organization helfen Google zu verstehen, welches Unternehmen Sie sind, und Sie von ähnlich benannten zu unterscheiden (Google Search Central).
Was das für Unternehmen in Deutschland heißt
Im September 2026 lag Google in Deutschland bei 87,84 % Suchmarktanteil, Bing bei 6,49 % (StatCounter). Für die Übersicht mit KI zählt der Google-Index. Copilot dagegen baut auf Bing auf. Wer Bing vernachlässigt, weil es kaum Besucher bringt, verschenkt also Sichtbarkeit in Microsoft Copilot. Konkret:
- Schreiben Sie die Fragen Ihrer Kunden auf, etwa „beste Agentur für X in Y“ oder „Was kostet Z?“, und sorgen Sie für Seiten, die sie direkt und konkret beantworten.
- Beginnen Sie jede wichtige Seite mit der Antwort. Ein bis zwei Sätze, die eine KI wörtlich übernehmen kann.
- Nutzen Sie eigene Zahlen und Quellen. Preise, Zeitaufwand, Ergebnisse aus Projekten. Das unterscheidet Sie von allen anderen.
- Werden Sie dort erwähnt, wo Ihre Kunden lesen. Fachmedien, Vergleichsportale, Interviews, Kooperationen, Branchenverzeichnisse.
- Sammeln Sie Bewertungen bei Google und auf den Portalen, die in Ihrer Branche zählen.
- Prüfen Sie Google- und Bing-Index, lassen Sie die Roboter zu und ergänzen Sie strukturierte Daten.
Wenn Ihr Unternehmen in den Antworten ganz fehlt, finden Sie die typischen Ursachen und einen Selbsttest in In ChatGPT erscheinen. Was speziell für Googles KI-Antworten gilt, erklärt Google AI Overview. Den methodischen Rahmen beschreiben wir unter Answer Engine Optimization.
So prüfen Sie, ob KI Sie nennt
Die einfachste Messung: Stellen Sie die Fragen Ihrer Kunden in mehreren KI-Diensten, jede mehrmals, und notieren Sie, welche Unternehmen und Quellen auftauchen. Wiederholen Sie das monatlich, denn die Antworten ändern sich. Die Quellen in den Antworten zeigen Ihnen, wo Sie sichtbar sein müssen. Wie wir das systematisch über viele Fragen und Modelle hinweg erfassen, steht unter Messung der KI-Sichtbarkeit.
Häufige Fragen
Wie wählt KI Unternehmen aus?
KI wählt Unternehmen aus zwei Quellen aus: aus dem Trainingswissen des Sprachmodells und aus einer Websuche im Moment der Frage. Unternehmen, die auf anderen Websites oft und eindeutig erwähnt werden, in der Suche sichtbar sind und konkrete, zitierfähige Inhalte haben, werden am häufigsten genannt.
Wie wählt ChatGPT aus, welche Unternehmen es empfiehlt?
ChatGPT stützt sich auf das im Training Gelernte und bei aktuellen Fragen auf eine Websuche. Für die Suche nutzt OpenAI den Roboter OAI-SearchBot. Websites, die ihn aussperren, erscheinen nicht in den Suchantworten von ChatGPT.
Warum nennt KI meine Wettbewerber, aber nicht mich?
Meist, weil die Wettbewerber an mehr Stellen erwähnt werden, bei den Suchen der KI besser sichtbar sind oder klarere Seiten haben, die die Frage beantworten. Manchmal sperrt die eigene Website die Roboter der KI-Dienste aus.
Hilft SEO, damit KI ein Unternehmen nennt?
Ja. KI-Dienste übersetzen die Frage vor der Antwort in normale Websuchen, und Google schreibt, dass für seine KI-Übersichten die normalen SEO-Grundlagen gelten. Erwähnungen auf anderen Websites und zitierfähige Inhalte wiegen aber zusätzlich schwer.
Spielt Bing für KI-Sichtbarkeit in Deutschland eine Rolle?
Ja, obwohl Bing in Deutschland nur 6,49 % Suchmarktanteil hat (StatCounter, September 2026). Microsoft Copilot schickt seine Websuchen an Bing und baut die Antworten aus den Treffern. Wer im Bing-Index fehlt, fehlt deshalb auch in Copilot.
Wie wählt KI Unternehmen bei lokalen Fragen aus?
Bei lokalen Fragen greifen KI-Dienste oft auf Websuchen und Unternehmensprofile zurück. Google stützt lokale Ergebnisse auf Relevanz, Entfernung und Bekanntheit, und mehr Rezensionen und positive Bewertungen können das lokale Ranking verbessern.
Wie lange dauert es, bis KI ein Unternehmen nennt?
Änderungen an dem, was KI über die Websuche findet, können nach einigen Wochen sichtbar werden, sobald die Seiten indexiert sind. Das Trainingswissen der Modelle zu beeinflussen dauert länger, weil dafür neue Erwähnungen und neue Modellversionen nötig sind.
Quellen
- Internet-Suche im Wandel: Die Hälfte nutzt bereits KI-Chats, Bitkom
- Grounding with Google Search, Google AI for Developers
- Overview of OpenAI Crawlers, OpenAI
- KI-Funktionen und Ihre Website, Google Search Central
- Data, privacy, and security for web search in Microsoft Copilot, Microsoft Learn
- Perplexity Crawlers, Perplexity
- AI Overview brand correlation study, Ahrefs
- GEO: Generative Engine Optimization, Aggarwal u. a., KDD 2024
- Optimizing your content for inclusion in AI search answers, Microsoft Advertising
- Lokales Ranking bei Google verbessern, Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Strukturierte Daten für Organisationen, Google Search Central
- Search engine market share Germany, StatCounter








